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Anlaufstelle, für Männer*, die in Kindheit oder Jugend sexualisierter Gewalt ausgesetzt waren

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Tauwetter-Nachrichten – Neue Beiträge

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Dienstag, 15. Dezember 2020

Fortbildung zu sexualisierter Gewalt gegen Jungen

Das neue Fortbildungsprogramm der Sozialpädagogischen Fortbildungsstätte Berlin Brandenburg ist jetzt online erhältlich. Darin befindet sich u.a. eine Fortbildung von Tauwetter zu sexualisierter Gewalt gegen Jungen:

"Jungen und männliche Jugendliche, die sexualisierter Gewalt ausgesetzt sind oder waren, zeigen trotz aller individuellen Unterschiede in ihren Bewältigungsversuchen oftmals geschlechtsspezifische Verhaltensweisen. Diese basieren auf ihrem Verständnis von Männlichkeit. ... In dem Seminar geht es um die Hintergründe des physischen Erlebens und seine Folgen sowie um Ansätze für Pädagogen/-innen zur Erkennung und Unterstützung ... . Ziel des Seminars ist es, die normale Scheu vor dem Thema zu verlieren sowie die eigene Handlungssicherheit in der Praxis zu stärken."

Termin: 21.10.2021.

Weitere Informationen, Anmeldung etc. unter https://sfbb.berlin-brandenburg.de/sixcms/detail.php/871812?_det=976128&_nav=976157&_kat=976006

Dienstag, 15. Dezember 2020

Tauwetter ist vom 20.12. bis zum 4.1. geschlossen

Die Anlaufstelle Tauwetter wird zwischen dem 20. Dezember 2020 und dem 4. Januar 2021 geschlossen. Während dieser Zeit finden keine telefonischen Sprechzeiten statt und wir beantworten auch keine Mails,

Vorausgesetzt es ergeben sich wegen Corona keine grundlegenden Änderungen werden wir ab Dienstag, den 5.1. wieder telefonisch und per mail erreichbar sein.

Mittwoch, 25. November 2020

NRW baut Landesfachstelle "Prävention sexualisierte Gewalt" auf 

In NRW sind in den letzten Jahren mehrere große Fälle sexualisierter Gewalt an die Öffentlichkeit gekommen, genannt seien nur die Ortsbezeichnungen Lügde, Bergisch Gladbach oder Münster. Diese haben der Landespolitik vor Augen geführt, dass auch auf Länderebene entschlossener gegen sexualisierte Gewalt vorgegangen werden muss. Die Landesregierung hat deshalb nach Beratungen mit Fachpersonen beschlossen, eine Landesfachstelle Prävention sexualisierte Gewalt neu einzurichten. Träger ist die AGJ, die Arbeitsgemeinschaft Kinder und Jugendschutz. Sie soll die Anstrengungen zur Verhinderung sexualisierter Gewalt voranbringen in dem sie Erwachsene, d.h. Fachkräfte und Personal der Kinder- und Jugendhilfe und andere im Themenfeld sexualisierte Gewalt Tätige dabei unterstützt, präventiv zu wirken, sexualisierte Gewalt frühzeitig zu erkennen und angemessen zu intervenieren. Die eigentliche Fachberatung bleibt bei den spezialisierten Fachberatungsstellen. Zusätzlich sollen ab nächstem Jahr in jedem Regierungsbezirk ein*e Fachreferent*in eingestellt werden, die helfen sollen, die Anstrengungen der Landesfachstelle in die Breite zu tragen.

Dahinter steckt die Idee, dass es notwendig ist, bestehende Strukturen der Kinder- und Jugendhilfe zu unterstützen, zu stärken und wo nötig besser zu qualifizieren. Es ist eine Möglichkeit des Landes unter gegebenen Umständen, die Kinder- und Jugendhilfe, die ja in die Zuständigkeit der Kommunen fällt, zu unterstützen.

Es wird spannend sein zu beobachten, ob dieser Ansatz zu einer Verbesserung der Situation beiträgt. Gleichzeitig ist klar, dass die weit verbreiteten Finanzierungsprobleme der Kinder- und Jugendhilfe damit noch nicht gelöst sind. 2018 hat eine Studie der Hochschule Koblenz den Arbeitsalltag im ASD der Jugendämter untersucht, gravierende strukturelle Probleme festgestellt und vorgeschlagen, die Finanzierung zur Aufgabe des Bundes zu machen. Leider sind Vor- und Nachteile dieses Vorschlags nicht ausführlich diskutiert worden, er verschwand schnell wieder in der Versenkung.

Montag, 02. November 2020

Online-Workshopreihe zu Partizipation in der Forschung

Schon länger gibt es großes Interesse an partizipativer Forschung nicht nur von Seiten Betroffener sexualisierter Gewalt, sondern auch von Forscher*innen zum Thema. Wie kann diese aussehen, wie weit muss oder kann Partizipation gehen, wann ist eine "betroffenenkontrollierte Forschung" sinnvoll und welche Forschung (Prävalenzforschung?) geht nicht partzipativ, ... das sind nur einige Fragen.

Eine Workshopreihe mit spannenden Veranstaltungen zu partizipativer Gesundheitsforschung führ jetzt "PartKomPlus -Forschungsverbund für gesunde Kommunen" zwischen 23.11. und 4.12. diesen Jahres durch. Die Teilnahme ist kostenlos, die Teilnehmer*innenzahl teilweise begrenzt, teilweise nicht. Themen sind u.a. "Partizipation und Epidemiologie" mit dem RKI, "Macht, Autonomie und Partizipation in der offenen Jugendarbeit" oder auch "Ist die Wissenschaftskultur mit der partizipativen (Gesundheits-)Forschung vereinbar?"

Mehr Informationen Programm etc auf der Website von PartKomPlus.

Dienstag, 27. Oktober 2020

Keine Menschenverachtung nirgends

Stellungnahme zur AfD Hetze gegen den Mehringhof & Seenotrettungsorganisationen

Vor drei Wochen haben Angriffe griechischer Behörden gegen Seenotrettungsorganisationen, die versuchen Flüchtenden im Mittelmeer zu helfen, stattgefunden. Zeitgleich begann auch in Deutschland in rechten Medien die Hetze gegen NGOs begonnen, von denen einige im Mehringhof ansässig sind. Auch Tauwetter, Anlaufstelle für Männer*, die in Kindheit oder Jugend sexualisierter Gewalt ausgesetzt waren, hat seine Räume im Mehringhof.

Besonders bei der Hetze hervorgetan hat sich der AfD Bundestagsabgeordnete Petr Bystron. Er hat u.a. an einem Videoclip mitgewirkt, der für den US-amerikanischen Online-Kanal von Alex Jones produziert wurde. Auf diesem Kanal wird genau jenes Gemisch von Verschwörungsideologien, White-Supremacy und Waffenfetischismus zusammengebraut, das kennzeichnend für die neue Nazi-Szene ist. Dieser Hintergrund ist es u.a. der Attentätern wie dem Rechtsextremisten, der am 09.10.2019 in Halle Menschen angriff und tötete, die ideologische Rechtfertigung für ihre Taten liefert. Mittlerweile hat die Berliner AfD auch ein eigenes Video produziert in dem sie gegen den Mehringhof hetzt. In beiden präsentiert sich Petr Bystron „heldenhaft“ in der Durchfahrt zum Mehringhof, bezeichnet den Mehringhof als Ratten- oder Drecksloch, bezichtigt die dort ansässigen Projekte des steuerfinanzierten Menschenschmuggels und kündigt großspurig an: „Wir werden das unterbinden.“

Diese Videos sind ein klaren Aufruf zur Gewalt. Das wissen wir, das ist für uns aber leider nichts Neues. Auch schon vor der AfD mussten wir damit rechnen, dass der Mehringhof für Nazis und andere ein potentielles Angriffsziel ist. Nun aber zielen die Angriffe vor allem gegen flüchtende Menschen und Seenotretter*innen.

Die internationale Rechtsaußen-Vernetzung, das Zusammenwirken von Nazibanden, Verschwörungsideolog*innen und parlamentarischen Parteien hat in den letzten Jahren eine neue Qualität erreicht. Parallel wird die Abschottung Europas, inklusive der Einrichtung von Lagern wie Moria oder der Kumpanei mit Despoten wie Erdogan immer weiter vorangetrieben. Es ist mehr denn je notwendig, sich gegen diese Umtriebe und menschenverachtenden Ideologien zur Wehr zu setzen.

Tauwetter basiert auf dem Grundverständnis, dass alle Menschen überall das Recht auf körperliche und psychische Unversehrtheit haben.
Wir erklären uns ausdrücklich solidarisch mit allen Menschen, die aufgrund der unerträglichen Zustände in ihren Herkunftsländern fliehen und mit denjenigen, die versuchen die Flüchtenden aus Seenot zu retten.

Berlin, den 26.10.2020

Tauwetter

Dienstag, 22. September 2020

OLG Koblenz bestätigt Kontakt- und Näherungsverbot gegen Vater, nachdem dieser Bilder von sexualisierter Gewalt (Kinderpornographie) heruntergeladen hat

Es ist leider ein bekanntes Problem, dass bekannte und teilweise sogar verurteilte Sexualstraftäter ein Umgangsrecht mit den eigenen Kindern zugesprochen bekommen. Jetzt hat das Oberlandesgericht in Koblenz endlich ein Urteil gesprochen, dass in die andere Richtung geht:

Auf Initiative des Jugendamtes hatte das zuständige Familiengericht beschlossen, dass der Vater zweier Kleinkinder die Wohnung zu verlassen hat und sich den Kindern nicht nähern darf, nachdem ein Ermittlungsverfahren wegen des Besitzes von Kinderpornographie gegen ihn eröffnet wurde. Dagegen hatte der Vater Beschwerde eingelegt, das OLG Koblenz hat aber eine Kindeswohlgefährdung gesehen und die Beschwerde zurück gewiesen. Das Urteil ist hier zu finden.

Dienstag, 22. September 2020

Bundesregierung veröffentlicht Angaben, welche Gelder vom Bund wie gegen sexualisierte Gewalt ausgegeben wurden

Als Antwort auf eine kleine Anfrage hat die Bundesregierung u.a. Angaben zu ihren Augaben gegen sexualisierte Gewalt gemacht. Wer als wissen will, wieviel Geld für Trau Dich, den UBSKM, das Hilfetelefon, die BKSF oder anderes vom Bund eingesetzt wird, kann das dort ab Frage 9 nachlesen.
Zur Frage der Finanzierung der spezialisierten Fachberatungstellen gegen sexualisierte Gewalt heißt es mal wieder lapidar: "Die Förderung der spezialisierten Fachberatungsstellen obliegt zuvörderst den Ländern." (Zum Vergleich: "kein Täter werden" hat von 2013 bis 2020 insgesamt über 2,5 Millionen € allein aus Bundesmitteln erhalten. Dazu kommen Gelder von Stiftungen und von Krankenkassen.)
Die gesamte Antwort der Bundesreigerung findet sich un der "Drucksache 19/21685 des Deutschen Bundestages".

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