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Anlaufstelle, für Männer*, die in Kindheit oder Jugend sexualisierter Gewalt ausgesetzt waren

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Tauwetter-Nachrichten – Neue Beiträge

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Mittwoch, 11. Mai 2022

Bootskundgebung für ein Scheidungsrecht für Kinder von Eltern

Sonntag 15.5. 13:00 Uhr Oberbaumbrücke

Sexualisierte Gewalt gegen Mädchen* und Jungen* findet zum größten Teil in der Familie und dem unmittelbaren sozialen Umfeld statt. Gleichzeitig sind Kinder ihr Leben lang zu Unterhaltszahlungen für ihre Eltern verpflichtet, wenn diese bedürftig sind (z.B. im Pflegefall). Davon lässt sich nur mühsam befreien. Eltern konnten sich aussuchen ob sie Kinder in die Welt setzen und haben ein im Grundgesetz verankertes Recht auf Erziehung. Kinder werden nie gefragt, ob sie bei diesen Eltern leben wollen oder für diese aufkommen wollen.

Wir fordern deshalb ein Scheidungsrecht für Kinder von Eltern! Nicht nur, aber auch im Zusammenhang mit sexualisierter Gewalt!

Um der Forderung Nachdruck zu verleihen machen wir am internationalen Tag der Familie eine Bootskundgebung an der Oberbaumbrücke und vor der East-Side-Gallery, mit Transparenten, Musik und Redebeiträgen. Wenn ihr Lust habt zuzuhören und uns zuzujubeln *grins* kommt um 13:00 Uhr zur Oberbaumbrücke oder zur East-Side-gallery.

Freitag, 06. Mai 2022

Erste repräsentative Studie zur Häufigkeit von partnerschaftlicher Gewalt in Deutschland

Eine neue Studie zu Gewalt in intimen Partnerschaften in Deutschland ist jetzt veröffentlicht worden. Das Team u.a. von der Uni aus Ulm und vom SOFFI hat in einer repräsentative Stichprobe sowohl Männer als auch Frauen befragt und dabei in psychische Gewalt, körperliche, sexuelle Gewalt und ökonomische unterschieden. Zusätzlich wurden Faktoren abgefragt, die als Prädiktoren (Vorhersage) gelten.

„Insgesamt 57,6 % der weiblichen Teilnehmer und 50,8 % der männlichen Teilnehmer berichteten über Viktimisierung durch Intimpartner während ihrer Lebenszeit; die Geschlechterverteilung unterscheidet sich signifikant (Chi2=43,43; p<0,001). Von den verschiedenen dokumentierten Subtypen war psychische IPV (Intimate Partner Violence – Gewalt in intimen Partnerschaften) am weitesten verbreitet (53,6 % bei Frauen, 48,0 % bei Männern). Andere Formen schwankten zwischen 15,2 % (körperliche IPV) und 18,6 % (sexuelle IPV) für Frauen und 5,5 % (sexuelle IPV) und 10,8 % (körperliche IPV) bei den Männern. Alle Formen der Viktimisierung fielen regelmäßig zusammen, sowohl bei Frauen als auch bei Männern. Das Erleben von IPV war nicht nur signifikant mit dem weiblichen Geschlecht verbunden, sondern auch mit höherem Alter, Zeiten der Arbeitslosigkeit, Armut und IPV-Täterschaft.“ (Aus der Zusammenfassung, Übersetzung DeepL)

Leider gibt es die Studie bisher nur in English, aber sie lohnt sich wirklich zu lesen und wird hoffentlich auch auf Deutsch veröffentlicht. Zur Not mit einem Übersetzungsprogramm arbeiten :-).

Es fehlt anscheinend die Einbeziehung von Zufluchtwohnungen und Frauenhäusern in die befragte Stichprobe, die Zahl der betroffenen Frauen dürfte deshalb eher unterschätzt worden sein. Es ist auch nichts über Unterschiede zwischen homosexuellen und heterosexuellen Partnerschaften zu finden. Aber insgesamt ist die Arbeit für Deutschland bahnbrechend und wer weiß, was in späteren Veröffentlichungen noch alles berichtet wird.

Die Untersuchung liefert jedenfalls die ersten belastbaren Zahlen (5,5%) über die Betroffenenheit von erwachsenen Männern von sexueller Gewalt in Partnerschaften in Deutschland.

https://doi.org/10.1177/08862605221092066

Dienstag, 12. April 2022

Neue Selbsthilfegruppe für betroffene Männer* startet Ende April / Anfang Mai

Bitte weitersagen!, Bitte Weitersagen!

Vorausssichtlich Ende April/Anfang Mai wird eine neue Selbsthilfegruppe bei Tauwetter starten, für Männer*, die in Kindheit, Jugend oder als Erwachsene sexualisierter Gewalt ausgesetzt gewesen sind. Wegen Fragen und bei Interesse bitte melden unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Dienstag, 22. März 2022

Wenn zu den Fahnen gerufen wird, gibt’s nur Flucht!

Wenn zu den Fahnen gerufen wird, gibt’s nur Flucht!

Der gegenwärtige Konflikt in der Ukraine führt wie jeder Krieg zu sexualisierter Gewalt. Gegenwärtig gibt es darüber noch wenig Berichte, es gibt aber keinen Grund zur Annahme, dass dies nicht so ist. Diese Gewalt betrifft vor allem Frauen*,Trans*, Inter* und queere Menschen. Die Erfahrung zeigt, sie kann sich aber auch gegen Männer* wenden.

Gleichzeitig ist festzustellen: Zwangsverpflichtung von Männern* ist eine Form geschlechtsspezifischer Gewalt.

Wir erleben wie immer im Kriegsfall ein gezieltes Propagieren klassisch patriarchaler Genderstereotype. Es werden wieder Helden gebraucht, die mannhaft bis zum letzten Blutstropfen kämpfen, der Nationalismus blüht und gedeiht. Wehrpflicht und Ausreiseverbote für Männer* stehen Verhandlungen über Fluchtkorridore für cis Frauen und Kinder gegenüber. Auswege für Männer*, die nicht bereit sind, ihr Leben zu opfern gibt es kaum – und das gilt für beide Kriegsparteien. Trans Frauen werden als Männer umgelabelt und werden an der Ausreise gehindert. Es ist dringend nötig Fluchtrouten für Fahnenflüchtige und Deserteur*innen zu schaffen.

Wir kennen die patriarchalen Machtverhältnisse als eine Grundlage sexualisierter Gewalt. Wir unterstützen alle, die sich diesem Krieg, diesem Konkurrenzkampf um kapitalistische Herrschaftssphären, der auf dem Boden der Ukraine ausgetragen wird, widersetzen.

Texte zum Weiterlesen:

Dienstag, 22. März 2022

WDR-Radiobeitrag und Podcast zu sexualisierter Gewalt gegen Jungen

Heute (22.3.) um 23:00 Uhr gibt es um WDR Jugendradio 1Live ein Gespräch mit Jonas, einem betroffenen Mann*, in dem es um sexualisierte Gewalt gegen Jungen*, das Überleben, die Auswirkungen und notwendige gesellschaftliche Veränderungen geht. Wir konnten den Beitrag vorweg hören, er ist wirklich lohnend. Online ist der Beitrag in der ARD-Mediathek zu hören.

Mittwoch, 23. Februar 2022

Das vergessene Leid der Verschickungskinder

Es ist mal wieder klassisch, obwohl ich mich seit Jahrzehnten mit der mir widerfahrenen sexualisierten Gewalt in meiner Ursprungsfamilie beschäftige, habe ich eine andere mir widerfahrene Gewalt immer als Ausnahme und Einzelfall begriffen: Der Sadismus, die körperliche Gewalt und die Demütigungen, die mir und meinen Geschwistern während der Verschickung auf „Kur“ in ein „Kindererholungsheim“ in Bad Rothenfelde widerfuhr. Erst ein Fachartikel machte mir den Irrtum deutlich: Die Tatsache, dass diese Gewalt, für mich eine zeitlich begrenztes, einmaliges Ereignis in der im Alltag zu Hause stattfindenden Gewalt war bedeutet nicht, dass sie selten war. Acht bis zwölf Millionen Kinder wurden in solche Heime verschickt und dort war (auch sexualisierte) Gewalt an der Tagesordnung. Seit einigen Jahren gibt es endlich Zusammenschlüsse von Betroffenen (www.verschickungsheime.de) und eine kleine Fachöffentlichkeit wird sich des Themas bewusst. Es gibt noch viel zu tun.

Der erwähnte Artikel von Anja Röhl befindet sich übrigens in dem Sammelband „Das Schweigen brechen“ der Unabhängigen Aufarbeitungskommission, in dem sich eine Reihe weiterer lesenswerter Beiträge befinden. Weitere Literatur ist auch dort zu finden.

Dienstag, 22. Februar 2022

Angeleitete Selbsthilfegruppe startet in Hamburg

In Hamburg bei der Beratungstelle Basis-Prävent startet demnächst eine neue angeleitete Selbsthilfegruppe für Männer*, die als Kinder oder Jugendliche sexualisierter Gewalt ausgesetzt waren. Nähere Informationen sind zu finden unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

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