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Anlaufstelle, für Männer*, die in Kindheit oder Jugend sexualisierter Gewalt ausgesetzt waren

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Tauwetter-Nachrichten – Neue Beiträge

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Donnerstag, 08. Juli 2021

Sommerpause und zwei Lesetipps

Tauwetter macht Sommerpause:

VOM 12. JULI BIS ZUM 8. AUGUST SIND WIR NICHT ERREICHBAR.

In dringenden Notfällen bitte den Berliner Krisendienst 030 / 3 90 63 10 anrufen. Ansonsten freuen wir uns, von euch/ Ihnen im August zu hören.

Und weil es ja endlich Sommer wird hier noch der Hinweis auf zwei Neuveröffentlichungen:

  • Sexualisierte Gewalt gegen (erwachsene) Männer, das ist das Thema des Beitrags von Thomas Schlingmann zum Sammelband von Rainer Ulfers und Clemens Fobian über männliche Betroffene sexualisierter Gewalt.
    Sexualisierte Gewalt gegen (erwachsene) Männer wird oft als das letzte Tabu dargestellt über das endlich gesprochen werden muss und zu dem endlich geforscht werden muss. Aber stimmt das so?
    Seit Jahren gibt es einen Diskurs und auch Forschung - allerdings unter anderen Überschriften und mit anderen Schwerpunkten. Was also ist wirklich bekannt über sexualisierte Gewalt gegen Männer und was nicht. Der Beitrag beschäftigt sich mit Häufigkeiten und Kontexten der Gewalt ebenso wie mit den Auswirkungen.
    Fobian & Ulfers: Jungen und Männer als Betroffene sexualisierter Gewalt. Springer VS
  • Der Betroffenenrat beim UBSKM hat anlässlich der Reform des Sexualstrafrechts ein detailliertes Positionspapier zum Strafrecht herausgebracht: "Positionen des Betroffenenrates zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche und zu Betroffenenrechten in Verfahren". Es ist auf der Website des Betroffenerates unter den Stellungnahmen zu finden.

Einen schönen Hochsommer und bis im August

Mittwoch, 30. Juni 2021

EU-Beschluss gegen sexualisierte Gewalt

Hinter dem etwas sperrigen Titel "Entschließung des Europäischen Parlaments zu der Lage im Hinblick auf die sexuelle und reproduktive Gesundheit" verbirgt sich ein Beschluss des Europaparlaments der auch männliche Betroffene sexualisierter Gewalt etwas angeht:
Als "sexuelle und reproduktive Gesundheit und damit verbundene Rechte“ wird u.a. das Recht auf eine "freie Entscheidung, ob und wann sie sexuell aktiv sein möchten" verstanden und das gilt für "Männer und Frauen sowie Jungen und Mädchen gleichermaßen".
Nun lässt sich zur Recht kritisieren, dass sexualisierte Gewalt unter Sexualität subsummiert wird und es lässt sich zu Recht anmerken, dass ein solche Entschließung für die Mitgliedländer nicht rechtsverbindlich ist - dennoch ist es eine Vorgabe, die als Orientierung dient.
Das EU-Parlament fordert u.a. unmissverständlich die Mitgliedsstatten auf den Zugang zu "einer umfassenden Palette von hochwertigen und zugänglichen Diensten" zu gewährleisten "und zwar ungeachtet finanzieller, praktischer und sozialer Hürden sowie frei von Diskriminierung, unter besonderer Berücksichtigung von marginalisierten Gruppen, einschließlich,... Opfer von ;sexueller oder geschlechtsspezifischer Gewalt."
Hoffen wir dass die kommende Bundesregierung das umsetzt und endlich für eine ausreichende Finanzierung eines flächendeckenden Netzes spezialisierter Fachstellen auch -aber nicht nur- für Jungen und Männer, sorgt. Bisher hat das keine Partei in ihrem Wahlprogramm.

Mittwoch, 30. Juni 2021

Dokumentarfilm über Colonia Dignidad auf arte

Auf arte sind im Rahmen eines Dokumentarfilmabends alle vier Teile einer Dokumentation über die deutsche Colonia Dignidad gezeigt worden. Ungefähr 200 Jungen die sexuell ausgebeutet wurde, ca. 360 Menschen die Zwangsarbeit leisten mussten, ca. 100 Gefolterte eine unbekannte Zahl von Verschwundenen - über 30 Jahre konnte die deutsche Sekte unter Paul Schäfer ungehindert ihr Unwesen in Chile treiben, mit Unterstützung der deutschen Botschaft und hofiert von Politikern wie Franz-Josef Strauß. Folterungen im Dienste der chilenischen Militärdiktatur, Waffenhandel unter der Tarnung als Wohlfahrtsorganisation und immer wieder sexualisierte Gewalt gegen Jungen. Wer immer noch denkt es gäbe keine organisierten Strukturen und ritualisierte sexuelle Gewalt sollte sich diesen Film angucken. 
Bis heute hat die deutsche Regierung keine Verantwortung übernommen, die Folteropfer sind ebenso wenig entschädigt worden, wie die chilenischen Jungen. Nur für deutsche Staatsangehörige gibt es maximal 10.000 Euro. Und einer der Haupttäter Hartmut Hopp lebt ungestört in Deutschland.
Der vierteilige Film ist im Web bei arte abrufbar.

Mittwoch, 19. Mai 2021

Selbsthilfegruppe in Oberfranken

Jetzt geht es Schlag auf Schlag. Auch in Oberfranken bildet sich eine Selbsthilfegruppe betroffener Männer.

Gründungsveranstaltung Online am 8. Juni 2021 um 19 Uhr

"Wir starten um 19 Uhr mit einem öffentlichen Vortrag von Herrn Nicolas Haaf, der als Mitglied beim Betroffenenrat des UBSKM darüber spricht, wie “aktive Selbsthilfe als Baustein auf dem Weg der persönlichen Aufarbeitung“ helfen kann.
Anschließend findet um 20 Uhr die Gruppengründung im geschützten Rahmen statt.
Begleitet wird die Gruppengründung durch die Selbsthilfeunterstützungsstelle Bayreuth sowie die Männer*Beratung Oberfranken"

Anmeldung bitte per E-Mail bis 06.06.2021 unter عنوان البريد الإلكتروني هذا محمي من روبوتات السبام. يجب عليك تفعيل الجافاسكربت لرؤيته.

Fragen? Wenden Sie sich gerne an das Team der Männer*Beratung Oberfranken

Mittwoch, 12. Mai 2021

Selbsthilfegruppe in Osnabrück

In Osnabrück gibt es jetzt die Selbsthilfegruppe AUS!TAUSCH Selbsthilfegruppe für männliche Betroffene sexualisierter Gewalt.
Sie ist erreichbar unter der schönen Mailadresse عنوان البريد الإلكتروني هذا محمي من روبوتات السبام. يجب عليك تفعيل الجافاسكربت لرؤيته.. Wir wünschen euch alles Gute.

Mittwoch, 12. Mai 2021

EKD schickt Betroffenenbeirat in die Wüste. Sieht so das evangelische Verständnis von Beteiligung aus?

Die EKD hat den Betroffenenbeirat „zunächst ausgesetzt“ (siehe Presseerklärung der EKD). Sie ist der Ansicht, wegen interner Konflikte und Austritte sei eine Weiterarbeit nicht möglich. Dem widerspricht die Mehrheit der beteiligten Betroffenen vehement. Vier Aussteiger*innen legen in einer Pressemitteilung die Gründe für ihren Ausstieg offen und machen deutlich, dass die durch die EKD gesetzten Rahmenbedingungen eine Arbeit unmöglich gemacht haben. Vier Verbliebene haben in einer Pressemitteilung erklärt, dass sie nicht bereit sind, sich so einfach rausschmeißen zu lassen.

Die Evangelische Kirche muss dringend ihre Vorstellungen von Betroffenenbeteiligung überdenken und klar bekommen, was sie will. Wer einen Betroffenenbeirat ohne geklärten Rahmen (Auftrag, Zielsetzung, Finanzierung, …) startet und mit Aufgaben überlastet ohne ihm ausreichend Zeit für einen Findungsprozess zu geben, braucht sich nicht zu wundern, wenn das mächtig rumpelt.

Die Gruppe der Betroffenen ist keine homogene Gruppe, sondern setzt sich aus sehr verschiedenen Menschen zusammen. Wenn Betroffene, die finanziell von der Kirche abhängig sind, sich zu Anerkennungszahlungen äußern sollen, benötigen sie Zeit um sich eine Position zu bilden, ihre eigenen Loyalitäten zu klären und Ambivalenzen zu lösen. Wenn diese auf Menschen treffen, die inzwischen eher kirchenfern sind, braucht es noch mehr Zeit, damit diese zusammenfinden können. Und wenn in einem neuen Gremium einige feststellen, dass die Arbeit in einem Betroffenenbeirat nicht ihren Vorstellungen entspricht, ist das bedauerlich, aber  normal.

In der Pressemitteilung von verbliebenen Mitglieder des Betroffenenbeirates heißt es: „Damit Partizipation gelingen kann, braucht es verbindliche Strukturen, klare Mandatierung, transparente Aushandlungsprozesse. Solche qualitativen Standards aber fehlen seitens der EKD bis heute.“

Die Aussteiger*innen haben formuliert: „Wer Vollzeit berufstätig ist, Kinder hat und sich in seiner Freizeit für die Belange Betroffener einsetzen möchte, muss sich fragen, wofür er/sie seine/ihre kostbare Zeit einsetzen möchte: dafür, die Arbeit zu leisten, die die mächtige Institution Kirche selber angehen muss? Dafür, hochqualifizierte Beratungsleistungen in eine Organisation zu investieren, die noch kein klares Bild davon hat, wo sie selber hinsteuern möchte? Dafür, sich über Gebühr mit administrativen Dingen, Kommunikations- und Konfliktmanagement zu beschäftigen? Wir haben diese Fragen mit “Nein” beantwortet.“

Übereinstimmend wird gefordert, dass die EKD ihre Hausaufgaben macht und Bedingungen schafft, dass ein Betroffenenbeirat funktionieren kann. Es wird sich jetzt herausstellen, was die EKD wirklich will. In den beiden vorliegenden Pressemitteilungen ist klar skizziert, was die EKD verändern muss. Das umzusetzen sollte vordringlichste Aufgabe der Evangelischen Kirche sein. Wenn sie aber stattdessen -wie angedeutet- eine Betroffenenbeteiligung light, mit ausgewählten vereinzelten Betroffenen einführen will, um ihren Zeitplan einzuhalten, wird das die nächste Mogelpackung.

Mittwoch, 21. April 2021

Neue Selbsthilfegruppe in Speyer in Gründung

In Speyer ist eine neue Selbsthilfegruppe für Männer*, die in Kindheit oder Jugend sexualisierter Gewalt ausgesetzt waren, in Gründung. Weitere Informationen finden sich unter https://shg-mok.jimdosite.com. Auch eine Online-gruppe ist in Überlegung. Interessierte können sich unter عنوان البريد الإلكتروني هذا محمي من روبوتات السبام. يجب عليك تفعيل الجافاسكربت لرؤيته. melden.

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