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Anlaufstelle, für Männer*, die in Kindheit oder Jugend sexualisierter Gewalt ausgesetzt waren

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Tauwetter-Nachrichten – Neue Beiträge

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Donnerstag, 16. Januar 2020

Presseerklärung: 10 Jahre nach Canisius - Wo bleibt das Scheidungsrecht für Kinder von misshandelnden Eltern?

Am 14. Januiar war der 10te Jahrestages des Gespräches der drei ehemaligen Canisius-Schüler mit dem damaligen Schulleiter Pater Mertes, das Auslöser für das Öffentlichwerden der sexualisierten Gewalt an der Schule gewesen ist. In einer Presseerklärung hat Tauwetter die seitdem erreichten Veränderungen resummiert und eine Positionsbestimmung vorgenommen. Dazu wurden die vom Betroffenenkongress "aus unserer Sicht" 2010 aufgestellten Forderungen herangezogen. Es gibt in der Tat eine Reihe von Verbessserungen, aber immer dann, wenn es grundsätzlich geworden wäre, ist wenig bis gar nichts geschehen. Z.B. hat sich bei der Frage, wie die Verpflichtungen von Kindern gegenüber missahndelnden Eltern aufgehoben werden -das "Scheidungsrecht" für Kinder misshandelter Eltern- bisher nichts getan. Immer noch müssen Betroffene bei verschiedenen Stellen wiederholt glaubhaft nachweisen, dass sie sexualisierter Gewalt durch die Eltern ausgesetzt waren und sie deshalb weder unterhaltspflichtig sind, noch diesen ein Pflichtteil des Erbes zusteht. Wir haben auch einen Vorschlag ausgearbeitet, wie dies juristsich umgesetzt werden könnte.

Mittwoch, 08. Januar 2020

Neue Selbsthilfegruppe für betroffene Männer* startet voraussichtlich im Mai 2020

Im Mai 2020 startet bei Tauwetter die neue Selbsthilfegruppe für Männer*, die in der Kindheit oder Jugend sexualisierte Gewalt erfahren mussten. Vorgesprächstermine können gerne ab sofort vereinbart werden. Die Gruppe ist auch offen für Menschen die sich als Trans* definieren.

Für Fragen/Infos und Termine für ein Vorgespräch sind wir unter 030-6938007 oder This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. zu erreichen.

Dienstag, 07. Januar 2020

Wie steht der Berliner Senat zur Amtshaftungsklage gegen das Jugendamt wegen "Kentler-Experiment"?

Zwei der Betroffenen der Experimente des Jugendamtes Tempelhof-Schöneberg, bei denen Jugendliche auf Anraten des Psychologen Helmut Kentler bei Sexualstraftätern in Pflege gegeben wurden, wollen jetzt gerichtlich klären lassen, ob das Jugendamt für die angerichteten Schäden haften muss - sie streben eine Amtshaftungsklage an. Nun sind die Vorgänge inzwischen Jahrzehnte zurück und deshalb müsste als Erstes geklärt werden, ob diese zivilrechtlichen Ansprüche gegen das Jugendamt nicht verjährt sind. Der Berliner Senat hat aber die Möglichkeit durch einen sogenannten Einredeverzicht von sich aus deutlich zu machen, dass er auf eine mögliche Verjährung verzichtet. Dann würde direkt geklärt, ob das Jugendamt für die Schäden haftbar gemacht werden kann. Eine solche Klärung ist im Sinne aller Betroffener, bei denen das Jugendamt versagt hat. Nähere Infos im tagesspiegel.

Die beiden Betroffenen haben einen Twitteraccount dort ist auch die Nummer des Spendenkontos zu finden, über das der Prozess finanziert werden soll.

Donnerstag, 19. Dezember 2019

Tauwetter stellt die Beratung für das Ergänzende Hilfesystem / den Fonds sexueller Missbrauch ein

Tauwetter ist eine der offiziellen Beratungstellen für das Ergänzende Hilfesystem / den Fond sexueller Missbrauch gewesen. Dies stellen wir zum Jahreswechsel 2019 / 2020 ein. Dafür gibt es sowohl inhaltliche Gründe, wie auch finanzielle. Näheres dazu erläutern wir in einer Stellungnahme.

Anträge an den Fonds sexueller Missbrauch und das Ergänzende Hilfesystem können unverändert bei der Geschäftsstelle des Fonds gestellt werden. Wir beraten aber nicht mehr dazu. Andere Beratungsmöglichkeiten sind auf der Website der Geschäftstelle aufgelistet.

Mittwoch, 18. Dezember 2019

Ruhige Feiertage

Wir machen zwischen den Feiertagen zu.
Die letzte Telefonzeit ist Donnerstag, den 19.12.19 von 17:00 - 19:00 Uhr - die erste Montag, den 6.1.20 von 14:00 - 16:00 Uhr.
In Krisensituationen ist der Berliner Krisendienst unter der Nummer 390 63 - 10 erreichbar.

Wir wünschen allen ruhige Feiertage und einen guten Rutsch.

Mittwoch, 18. Dezember 2019

„Jungen als Opfer von sexueller Gewalt:
geschlechtstypische Bewältigungsversuche und Männlichkeitsbilder“
Fortbildung im März 2020

Trotz aller Unterschiedlichkeit zeigen Jungen und männliche Jugendliche in ihren Bewältigungsversuchen nach erlebter sexueller Gewalt geschlechtstypische Verhaltensweisen. Diese basieren zu einem großen Teil auf ihrem Verständnis von Männlichkeit. Um solche Zusammenhänge geht es in der Fortbildung am 19. Und 20.3. im sfbb. Nähere Infos und Anmeldung auf der Website des sfbb.

Mittwoch, 20. November 2019

Möglichkeit der Anerkennung von sexualisierter Gewalt in Institutionen durch Unfallkassen als Unfall

Ein Aktivist hat uns folgende wichtige Information gegeben:

Auch in Kindergärten, Schulen, Internaten, Krankenhäusern und auf dem Weg dorthin findet sexueller Missbrauch statt. Dies kann - nur zum Beispiel - Kindern in der Betreuung, SchülerInnen im Sportunterricht oder PatientInnen bei der Behandlung passieren. Laut § 8 Abs. 1 SGB VII, handelt es sich dabei um einen Unfall, ein von außen auf den menschlichen Körper einwirkendes, unfreiwilliges Ereignis, das zu einem Gesundheitsschaden oder zum Tod führt. Ein Arbeitsunfall ist dann gegeben, wenn der Arbeitnehmer (oder Schüler, Kindergartenkind, Patient) im Rahmen seiner versicherungspflichtigen Tätigkeit einen Unfall erleidet. Somit sind Unfälle im Rahmen der Freizeitgestaltung, sportlicher Betätigung oder als Privatperson im Straßenverkehr nicht als Arbeitsunfall zu werten. Ereignet sich der sexuelle Missbrauch hingegen beispielsweise beim Schul- oder Kindergartenbesuch oder bei einem Krankenhausaufenthalt, kann es sich hierbei um einen Arbeitsunfall handeln. Deshalb sollte sexueller Missbrauch in Kindergärten, Schulen, Internaten, Krankenhäusern, ähnlichen Einrichtungen und auf dem Weg dorthin der zuständigen Unfallkasse formlos gemeldet werden. In jedem Bundesland gibt es eine Unfallkasse. Rechtlich handelt es sich dabei um eine Berufsgenossenschaft. Die Unfallkasse wird dann Formulare zusenden, mit der Bitte, genauere Angaben zu machen, behandelnde ÄrztInnen von der Schweigepflicht zu entbinden und unter anderem die Adressen und Aktenzeichen ermittelnder Behörden anzugeben. Dann prüft die Unfallkasse den Vorgang und fordert möglicherweise ein medizinisches oder psychologisches Gutachten an. Dies kann mehrere Monate dauern. Am Schluss kann es sein, dass die Unfallkasse für einen aus dem Missbrauch entstandenen Schaden Leistungen bewilligt wie eine Unfallrente oder Heilbehandlung.

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