Tauwetter Podcast: „Und wie war’s bei dir so?“

In unserem Podcast sprechen Mitarbeitenden von Tauwetter über alles rund ums Thema sexualisierte Gewalt. Von persönlichen Umgängen, über gesellschaftliche Realitäten und über alles, was wir anders haben wollen. Dieser Podcast ist von Betroffenen für Betroffene, und natürlich sind auch alle willkommen, die sich dem Thema mit Offenheit und Respekt nähern möchten.
„Und wie war’s bei dir so?“ – eine Frage, die von Außenstehenden oft als verletzend empfunden wird, doch im Austausch unter Betroffenen eine wertvolle Verbindung schaffen kann. Sexualisierte Gewalt ist kein individuelles Schicksal, sondern ein gesellschaftliches Problem, das uns alle angeht.

Tauwetter e.V. · Und, wie war's bei dir so? Von Tauwetter Berlin von Betroffenen für Betroffene sexualisierte Gewalt

Aktuelle Folgen

Folge: Selbstorganisierte Bearbeitung – über Betroffenenwissen, hilfreiche Beziehungen und Aktivismus

In dieser Folge sprechen Martina und Dénes darüber, wie Betroffene ihre Bearbeitung sexualisierter Gewalt selbst gestalten können – jenseits von Therapie, jenseits von Hierarchien, jenseits der Vorstellung, es gebe nur einen Weg.

Sie erzählen von ihren eigenen Erfahrungen: Wissen aneignen, auf Beziehungen bauen,körperlich arbeiten, kreativ sein, politisch aktiv werden,in Selbsthilfegruppen miteinander lernen. Es geht darum,Selbstwirksamkeit zurückzugewinnen und sich Bearbeitung gegenseitigzuzutrauen.

Eine Folge über Solidarität,Selbstbestimmung und die vielen Werkzeuge, die Betroffene selbst inder Hand haben.

Sonderfolge Eckiger Tisch – Kirche, fehlende Aufarbeitung und Betroffenenmacht

Was passiert, wenn Betroffene sexualisierter Gewalt das Schweigen brechen – und anfangen, Politik zu machen?

In dieser Sonderfolge sprechen wir mit Matthias Katsch, Mitbegründer des Eckigen Tischs, über die politischen Kämpfe um Aufarbeitung in der katholischen Kirche.

Wir reden über Macht, Verantwortung und die Frage, was echte Gerechtigkeit bedeutet.

Über die Kirche als Institution, die Aufarbeitung kontrollieren will – und über Betroffene, die sich das nicht mehr gefallen lassen.

Eine Folge über den langen Atem von Veränderung – und die Kraft, die entsteht, wenn Betroffene sich zusammentun.

Folge: Kritik an Täter(*innen)arbeit

„Man muss doch mit Tätern arbeiten.“
Dieser Satz fällt oft, wenn es um sexualisierte Gewalt geht. Doch was bedeutet Täter(*innen)arbeitwirklich – und schützt sie Betroffene?

In dieser Folge sprechen wir über:
– Warum der Erfolg von Täter(*innen)arbeit kaum messbar ist
– Wie Täter lernen, ihre Gewalt besser zu verbergen
– Die gesellschaftliche Sehnsucht nach „Veränderung“ statt Konfrontation
– Täterstrategien, die viele Fachleute nicht ernst nehmen
– Warum Betroffene dabei oft unsichtbar werden

Täter(*innen)arbeit zeigt, wie sehr Gesellschaft Täterschützt – und wie schwer es ist, ihnen echte Macht entgegenzusetzen.

Wir stellen die Frage: Was würde wirklich Sicherheitschaffen – und welche Alternativen gibt es jenseits der Hoffnung auf Einsicht?

Folge: Gibt es ein Recht auf Rache? – Wut, Tabu und Gerechtigkeit

Rache gilt als primitiv. Als gefährlich. Als etwas, das Betroffene überwinden sollen. Doch was, wenn gerade Rachefantasien verhindern, dass Ohnmacht bleibt?

Wir reden über das, was kaum jemand hören will:
– dass Rache ein Weg sein kann, Handlungsfähigkeit zurückzuholen
– dass die Forderung nach Versöhnung oft Anpassung bedeutet
– dass es ein Bedürfnis nach ausgleichender Gerechtigkeit gibt – jenseits von Strafe, jenseits von Schweigen

Eine Folge über Wut, über Rache, über das Umdrehen des Spießes. Von Betroffenen, für Betroffene.

Folge: Gegenwissen – Unser Wissen zählt.

Viele von uns haben lange gedacht: Mit mir stimmt was nicht.
Weil Therapie nicht geholfen hat. Weil andere immer mehr unser Leben zu wissen scheinen über als wir selbst.
Bis wir gemerkt haben: Wir sind nicht allein – und wir sind nicht falsch.

In dieser Folge sprechen wir über Gegenwissen: Wissen, das aus Erfahrung kommt. Aus Austausch. Aus Selbsthilfe. Und das oft mehr bringt als jede Diagnose von außen.

Diese Folge ist für alle, die sich ihr Wissen nicht mehr aus der Hand nehmen lassen wollen.
Denn: Wissen ist macht – auch unseres.

Folge: Trigger?! – Zwischen Schutz und Sprachverbot
Triggerwarnungen sollen Betroffene schützen – aber schützen sie wirklich? Oder sorgen sie am Ende dafür, dass Gewalt wieder nicht benannt werden darf?

In dieser Folge sprechen wir über unsere Erfahrungen mit Trigger-Konzepten, über ihre Ursprünge und politischen Auswirkungen. Wir diskutieren, wann Inhaltswarnungen sinnvoll sind – und wann sie Machtverhältnisse reproduzieren.

Eine Folge über Sprachpolitik, Eigenverantwortung und das Recht, unangenehm zu sein.

Folge: Täterinnen – ein Tabu, das wehtut

Sexualisierte Gewalt wird oft mit männlichen Täterngleichgesetzt. Aber was, wenn die Täter*innen Frauen sind? Was bedeutet das für Betroffene? Und wie sprechen wir darüber, ohne rechten Instrumentalisierungen in die Hände zu spielen?

In dieser Folge sprechen wir über Täterinnen – ohne zu relativieren, ohne Tabus, aber mit Blick auf feministische Kämpfe. Denn Gewalt hat ein System, aber Betroffene haben eine Stimme.

Sonderfolge: Sexualisierte Gewalt in selbstorganisierten Strukturen

Diesmal keine Studiogespräche, sondern eine Live-Veranstaltung.

In dieser Folge nehmen wir euch mit in eine öffentliche Veranstaltung, bei der wir mit Bezug zu selbstorganisierten Strukturen den Fragen nachgegangen sind:

  • Wie zeigt sich sexualisierte Gewalt in selbstorganisierten Strukturen?
  • Was tun, wenn Täter*innen nicht von außen kommen, sondern mitten unter uns sind?
  • Was sind Täter(*innen)-Strategien? Wie gehen Täter(*inne) vor, um Macht zu behalten und Betroffene zu isolieren?
  • Wie können wir als Umfeld Verantwortung übernehmen und schützen – auch wenn’s unbequem wird?

Es geht um Strategien, Begrifflichkeiten und die Haltung, mit der wir sexualisierter Gewalt begegnen wollen. Klar ist: Wir wollen keine Täter(*innen) verstehen – wir wollen wissen, wie sie agieren, um sie stoppen zu können.

Von Betroffenen – für alle, die hinhören wollen. Für alle, die sich fragen, wie wir als Community handlungsfähig bleiben.

Folge: Die (Un)Sichtbarkeit männlicher Betroffener

Sexualisierte Gewalt betrifft alle Geschlechter. Trotzdem bleiben männliche*, trans*, inter* und nicht-binäre Betroffene oft außen vor – in Medien, in Hilfsstrukturen, in politischen Kämpfen.

In dieser Folge sprechen wir darüber, was Unsichtbarkeit mit Geschlecht, patriarchalen Erwartungen und gesellschaftlicher Ignoranz zu tun hat.
Wir erzählen von Ausschlüssen – aber auch von Strategien, sich Raum zu nehmen.

Eine Folge über Schweigen, Zuschreibungen – und das Recht, gesehen zu werden.

Folge: Familie

Die Feiertage stehen vor der Tür – und damit oft die Erinnerungen und Gefühle, die für viele von uns schwer zu tragen sind. (Herkunfts-)Familie wird als sicherer Hafen dargestellt, aber für viele von uns Betroffenen war sie genau das Gegenteil.

In dieser Folge sprechen wir über unsere eigenen Erfahrungen und das schöne Leben ohne Kontakt zu Täter(*innen), darüber warum so viele Menschen glauben, dass sexualisierte Gewalt immer nur „wo anders“ passiert – und was das mit uns macht. Wir reden über Alternativen, die wir uns wünschen: mehr Bezugspersonen, ein offenes Miteinander und ein Ende der „heiligen Kleinfamilie“.

Die Feiertage sind nicht immer die leichteste Zeit. Deswegen wollen wir uns mit Leichtigkeit dem Thema widmen und die Kleinfamilie dekonstruieren.

Folge: Diagnosen – Hilfe oder Herrschaft?

Diagnosen versprechen Klarheit und den Weg in ein „heiles“ System – doch wer profitiert wirklich davon? In dieser Folge hinterfragen wir, wie psychiatrische und psychologische Diagnosen unser Leben formen. Statt einfach in Etiketten zu verfallen, fragen wir: Was bedeutet es, wenn Gewalt und ihre Folgen in Worte gepresst werden? Wir sprechen aus der Perspektive von Betroffenen, die mehr wollen als nur ein „Label“.
Hört rein und diskutiert mit – lasst uns gemeinsam das System hinterfragen!

Folge: Trauma, PTBS und Co. – Warum diese Konzepte mit Vorsicht zu genießen sind

Trauma, PTBS, Dissoziation – viele von uns haben diese Begriffe gehört, manche nutzen sie für sich. Aber woher kommen sie eigentlich? Warum verschwinden Gewalt und Täter(*innen) oft hinter diesen Konzepten? Und wem hilft das wirklich?

In dieser Folge sprechen wir aus Betroffenenperspektive darüber, warum „Trauma“ oft als individuelle Krankheit verpackt wird, statt als Folge von Gewalt anerkannt zu werden. Wir schauen uns die Geschichte der PTBS-Diagnose an (Spoiler: Sie war nie für uns gedacht) und fragen, welche Anerkennung wir stattdessen brauchen.

Folge: Stigma und sexualisierte Gewalt

Stigmata verletzen. Sie sprechen Betroffenen ihre Würde ab und verschärfen die Gewalt, die wir ohnehin erfahren haben. In dieser Folge nehmen Martina und Dénes Mythen und Vorurteile unter die Lupe, die uns als Betroffene sexualisierter Gewalt täglich belasten. Warum entstehen diese Vorurteile, und wie können wir sie gemeinsam überwinden? Hört rein – und lasst uns mutig dafür einstehen, dass niemand aufgrund seiner Erfahrungen stigmatisiert wird.

Folge: Intro

Die erste Folge von „Und wie war‘s bei dir so?“ ist live! Martina und Dénes erzählen, warum sie den Podcast gestartet haben, was sie motiviert und welche Themen uns alle angehen. Erfahre mehr über die Perspektiven Betroffener und einen neuen Weg des Austauschs. Hör rein!