Stellungnahme durch die BKSF: Parteilich an der Seite von Betroffenen – Vielfältig und gegen jede Form von Diskriminierung

Stellungnahme: Parteilich an der Seite von Betroffenen – Vielfältig und gegen
jede Form von Diskriminierung

Autor*in: BKSF, Veröffentlicht am 11.05.2025

Als Bundeskoordinierung Spezialisierter Fachberatung gegen sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend (BKSF) bringen wir die Perspektive all jener, die seit Jahren und Jahrzehnten Betroffene sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend beraten, ein. Das ist die Perspektive derer, die Betroffene auf ihrem Weg aus der Gewalt unterstützen, die Betroffenen bei der Bewältigung der erlittenen Gewalt helfen, die gemeinsam mit Betroffenen Perspektiven erarbeiten und die Betroffene auch bei Verfahren vor Gericht unterstützen.

Derzeit beobachten wir von seitens rechter Parteien und Gruppierungen gezielte Angriffe gegen sexuelle Bildung und verstärkte Forderungen nach der Rückkehr zu traditionellen Geschlechterrollen, sowie einen Zuspruch für autoritäre und hierarchische Strukturen. Verbunden wird dies mit der Ausgrenzung, Diskriminierung und Stigmatisierung als „anders“ markierter / kategorisierter Menschen. Dies erschwert zentrale Aufgaben beim Gewaltschutz, gefährdet Kinder, Jugendliche sowie Erwachsene und läuft der Arbeit gegen sexualisierte Gewalt und einer fachlich fundierten spezialisierten Fachberatung zuwider. Deshalb beziehen wir als Vollversammlung der spezialisierten Fachberatungsstellen gegen sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend, Stellung zu diesen aktuellen Entwicklungen und nehmen eine klare Haltung ein: Wir stehen an der Seite von betroffenen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die in Kindheit und Jugend sexualisierte Gewalt erlebt haben- unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Sprache, Religion oder Weltanschauung, körperlichen oder kognitiven Fähigkeiten, Alter, sozialem Status, Bildung, Sexualität und Geschlechtsidentität und gegen die Stigmatisierung marginalisierter Bevölkerungsgruppen.

Die Stellungnahme haben wir gemeinsam während der Vollversammlung der spezialisierten Fachberatungsstellen am 08.05.2026 in Berlin verabschiedet. Weitere Informationen finden Sie in der detaillierten Stellungnahme – als Download unter diesem Artikel. 

Auf die BKSF Webseite anschauen.

Wutzkyallee Jugendclub in Neukölln – Stellungnahme der Berliner Fachrunde zu Sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend, Berlin, April 2026

Die Träger der Spezialisierten Fachberatungsstellen in Berlin
Strohhalm e.V.
Wildwasser e.V.
HILFE-FÜR-JUNGS e.V.
Tauwetter e.V.
EJF gemeinnützige AG – Kind im Zentrum (KiZ)Die Träger der Spezialisierten Fachberatungsstellen in

Sehr geehrte politischen oder journalistischen Vertreterinnen, liebe Lesende, mit Sorge nehmen wir, die Berliner Fachrunde gegen sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend, die aktuellen Berichterstattungen und Debatten auf politischer Ebene über die Vorfälle und Auswirkungen sexualisierter Gewalt in einem Jugendclub in Neukölln wahr. Als die Vertreterinnen der spezialisierten Fachberatungsstellen zu sexualisierter Gewalt in Berlin möchten wir daher klar Stellung beziehen…

„Uuugh – falsches Spiel“ – Stellungnahme der Berliner Fachrunde zu Sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend, Berlin, April 2026

Die Träger der Spezialisierten Fachberatungsstellen in Berlin
Strohhalm e.V.
Wildwasser e.V.
HILFE-FÜR-JUNGS e.V.
Tauwetter e.V.
EJF gemeinnützige AG – Kind im Zentrum (KiZ)

Als Fachstellen- und Beratungsverband gegen sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend sind wir auf das serious game „Uuugh – falsches Spiel“ aufmerksam geworden und teilen hiermit unser Entsetzten über dieses Angebot mit. „Uuugh – falsches Spiel“ ist in seinen Inhalten nicht nur stark irritierend,
sondern aus unserer Sicht als klar kinderschutzgefährdent einzustufen.

Die Spieler*Innen lernen: Das Ausüben von grenzverletzenden und sexualisiert
übergriffigen Verhaltensweisen führt zum Erfolg
.

Die Rückmeldung von Kindern, die wir in unsere Auswertung mit einbezogen haben, fühlten sich alle sehr unwohl in der Spielsituation und haben es weder als empowernd, noch als entlastend erlebt. Kein Kind wollte das Spiel „bis zum Ende“ spielen. Neben der inhaltlichen Aufarbeitung und der sofortigen Offlinenehmung, fordern wir hiermit die vollständige Verantwortungsübernahme aller mitwirkenden Akteur*Innen.