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Anlaufstelle, für Männer*, die in Kindheit oder Jugend sexualisierter Gewalt ausgesetzt waren

© 2015 Tauwetter e.V.

Mittwoch, 02. Dezember 2020

Selbsthilfegruppen bei Tauwetter

Die Selbsthilfegruppen bei Tauwetter für Männer*, die in Kindheit oder Jugend sexualisierter Gewalt ausgesetzt waren, finden - natürlich mit den üblichen Einschränkungen wegen Corona - weiterhin statt. Interessierte, die an einer neustartenden Gruppe teilnehmen wollen können sich zu den Telefonzeiten (Di 16-18:00, Mi 10-13:00, Do 17 - 19:00 Uhr) oder per mail (mThis email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.) melden.

Mittwoch, 25. November 2020

NRW baut Landesfachstelle "Prävention sexualisierte Gewalt" auf 

In NRW sind in den letzten Jahren mehrere große Fälle sexualisierter Gewalt an die Öffentlichkeit gekommen, genannt seien nur die Ortsbezeichnungen Lügde, Bergisch Gladbach oder Münster. Diese haben der Landespolitik vor Augen geführt, dass auch auf Länderebene entschlossener gegen sexualisierte Gewalt vorgegangen werden muss. Die Landesregierung hat deshalb nach Beratungen mit Fachpersonen beschlossen, eine Landesfachstelle Prävention sexualisierte Gewalt neu einzurichten. Träger ist die AGJ, die Arbeitsgemeinschaft Kinder und Jugendschutz. Sie soll die Anstrengungen zur Verhinderung sexualisierter Gewalt voranbringen in dem sie Erwachsene, d.h. Fachkräfte und Personal der Kinder- und Jugendhilfe und andere im Themenfeld sexualisierte Gewalt Tätige dabei unterstützt, präventiv zu wirken, sexualisierte Gewalt frühzeitig zu erkennen und angemessen zu intervenieren. Die eigentliche Fachberatung bleibt bei den spezialisierten Fachberatungsstellen. Zusätzlich sollen ab nächstem Jahr in jedem Regierungsbezirk ein*e Fachreferent*in eingestellt werden, die helfen sollen, die Anstrengungen der Landesfachstelle in die Breite zu tragen.

Dahinter steckt die Idee, dass es notwendig ist, bestehende Strukturen der Kinder- und Jugendhilfe zu unterstützen, zu stärken und wo nötig besser zu qualifizieren. Es ist eine Möglichkeit des Landes unter gegebenen Umständen, die Kinder- und Jugendhilfe, die ja in die Zuständigkeit der Kommunen fällt, zu unterstützen.

Es wird spannend sein zu beobachten, ob dieser Ansatz zu einer Verbesserung der Situation beiträgt. Gleichzeitig ist klar, dass die weit verbreiteten Finanzierungsprobleme der Kinder- und Jugendhilfe damit noch nicht gelöst sind. 2018 hat eine Studie der Hochschule Koblenz den Arbeitsalltag im ASD der Jugendämter untersucht, gravierende strukturelle Probleme festgestellt und vorgeschlagen, die Finanzierung zur Aufgabe des Bundes zu machen. Leider sind Vor- und Nachteile dieses Vorschlags nicht ausführlich diskutiert worden, er verschwand schnell wieder in der Versenkung.

Montag, 02. November 2020

Online-Workshopreihe zu Partizipation in der Forschung

Schon länger gibt es großes Interesse an partizipativer Forschung nicht nur von Seiten Betroffener sexualisierter Gewalt, sondern auch von Forscher*innen zum Thema. Wie kann diese aussehen, wie weit muss oder kann Partizipation gehen, wann ist eine "betroffenenkontrollierte Forschung" sinnvoll und welche Forschung (Prävalenzforschung?) geht nicht partzipativ, ... das sind nur einige Fragen.

Eine Workshopreihe mit spannenden Veranstaltungen zu partizipativer Gesundheitsforschung führ jetzt "PartKomPlus -Forschungsverbund für gesunde Kommunen" zwischen 23.11. und 4.12. diesen Jahres durch. Die Teilnahme ist kostenlos, die Teilnehmer*innenzahl teilweise begrenzt, teilweise nicht. Themen sind u.a. "Partizipation und Epidemiologie" mit dem RKI, "Macht, Autonomie und Partizipation in der offenen Jugendarbeit" oder auch "Ist die Wissenschaftskultur mit der partizipativen (Gesundheits-)Forschung vereinbar?"

Mehr Informationen Programm etc auf der Website von PartKomPlus.

Dienstag, 27. Oktober 2020

Keine Menschenverachtung nirgends

Stellungnahme zur AfD Hetze gegen den Mehringhof & Seenotrettungsorganisationen

Vor drei Wochen haben Angriffe griechischer Behörden gegen Seenotrettungsorganisationen, die versuchen Flüchtenden im Mittelmeer zu helfen, stattgefunden. Zeitgleich begann auch in Deutschland in rechten Medien die Hetze gegen NGOs begonnen, von denen einige im Mehringhof ansässig sind. Auch Tauwetter, Anlaufstelle für Männer*, die in Kindheit oder Jugend sexualisierter Gewalt ausgesetzt waren, hat seine Räume im Mehringhof.

Besonders bei der Hetze hervorgetan hat sich der AfD Bundestagsabgeordnete Petr Bystron. Er hat u.a. an einem Videoclip mitgewirkt, der für den US-amerikanischen Online-Kanal von Alex Jones produziert wurde. Auf diesem Kanal wird genau jenes Gemisch von Verschwörungsideologien, White-Supremacy und Waffenfetischismus zusammengebraut, das kennzeichnend für die neue Nazi-Szene ist. Dieser Hintergrund ist es u.a. der Attentätern wie dem Rechtsextremisten, der am 09.10.2019 in Halle Menschen angriff und tötete, die ideologische Rechtfertigung für ihre Taten liefert. Mittlerweile hat die Berliner AfD auch ein eigenes Video produziert in dem sie gegen den Mehringhof hetzt. In beiden präsentiert sich Petr Bystron „heldenhaft“ in der Durchfahrt zum Mehringhof, bezeichnet den Mehringhof als Ratten- oder Drecksloch, bezichtigt die dort ansässigen Projekte des steuerfinanzierten Menschenschmuggels und kündigt großspurig an: „Wir werden das unterbinden.“

Diese Videos sind ein klaren Aufruf zur Gewalt. Das wissen wir, das ist für uns aber leider nichts Neues. Auch schon vor der AfD mussten wir damit rechnen, dass der Mehringhof für Nazis und andere ein potentielles Angriffsziel ist. Nun aber zielen die Angriffe vor allem gegen flüchtende Menschen und Seenotretter*innen.

Die internationale Rechtsaußen-Vernetzung, das Zusammenwirken von Nazibanden, Verschwörungsideolog*innen und parlamentarischen Parteien hat in den letzten Jahren eine neue Qualität erreicht. Parallel wird die Abschottung Europas, inklusive der Einrichtung von Lagern wie Moria oder der Kumpanei mit Despoten wie Erdogan immer weiter vorangetrieben. Es ist mehr denn je notwendig, sich gegen diese Umtriebe und menschenverachtenden Ideologien zur Wehr zu setzen.

Tauwetter basiert auf dem Grundverständnis, dass alle Menschen überall das Recht auf körperliche und psychische Unversehrtheit haben.
Wir erklären uns ausdrücklich solidarisch mit allen Menschen, die aufgrund der unerträglichen Zustände in ihren Herkunftsländern fliehen und mit denjenigen, die versuchen die Flüchtenden aus Seenot zu retten.

Berlin, den 26.10.2020

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