Beratung

Du kannst unsere Beratung nutzen, wenn du von sexualisierter Gewalt betroffen bist oder dies vermutest. Auch wenn du eine betroffene Person in deinem persönlichen Umfeld unterstützen möchtest oder beruflich mit dem Thema sexualisierte Gewalt konfrontiert bist, kannst du dich von uns beraten lassen.

Dies sind die wichtigsten Eckpunkte unseres Angebots:

  • Unsere Beratung ist kostenlos.
  • Du kannst dich anonym bei uns beraten lassen.
  • Außer in Fällen akuter Kindeswohlgefährdung geben wir keine Informationen an Behörden weiter. Die einzige Ausnahme ist, wenn es darum geht, akute Kindeswohlgefährdung zu verhindern. Nur in diesem Fall garantieren wir keine Anonymität. Dazu sind wir zum einen gesetzlich verpflichtet, zum anderen finden wir es wichtig – denn es hat bei uns immer Vorrang, Betroffene zu unterstützen und vor Gewalt zu schützen.
  • Je nach deinen Wünschen kann die Beratung in unseren Räumen in Berlin-Kreuzberg stattfinden, per Videocall, telefonisch oder nach Absprache auch an einem anderen geeigneten Ort.
  • Wir arbeiten mit einer parteilichen und solidarischen Haltung.
  • Wenn du in einer anderen Sprache als Deutsch beraten werden möchtest, ist das möglich, allerdings brauchen wir dafür etwas Vorlauf. Dann können wir Dolmetscher*innen für unterschiedlichste Sprachen organisieren, auch für Deutsche Gebärdensprache.
  • Am Ende jedes Beratungsgesprächs entscheiden wir gemeinsam, ob und ggf. wann ein weiterer Termin stattfindet.
  • Wir bieten keine Langzeitberatung an.

Um einen Termin zu vereinbaren, kannst du dich per E-Mail oder zu unseren Telefon-Sprechzeiten bei uns melden. Nimm gern Kontakt zu uns auf.

Für Betroffene von sexualisierter Gewalt

Du kannst mit ganz unterschiedlichen Fragen und Anliegen zu uns in die Beratung kommen. Hier einige Beispiele:

  • Was bedeutet sexualisierte Gewalt für mich als Mann* bzw. für mich als trans*, inter* oder nicht-binäre Person?
  • Wie definiere und benenne ich, was mir angetan wurde?
  • Was könnten meine nächsten Schritte sein?
  • Was macht eine Selbsthilfegruppe? Ist das vielleicht ein passender Weg für mich?
  • Welche Rolle spielen gesellschaftliche (Macht-)Strukturen für das, was mir angetan wurde und dabei, wie es mir heute geht?
  • Welche Rollen spielen meine persönlichen Beziehungen? Möchte ich vielleicht bestimmte Kontakte abbrechen? Welche Kontakte tun mir gut?
  • Möchte ich Anzeige erstatten?
  • Ich möchte mehr davon mitbekommen, wie andere Betroffene mit ihren Gewalterfahrungen umgehen.
  • Ich weiß nicht, ob ich überhaupt etwas mit dem Thema sexualisierte Gewalt zu tun habe, aber ich habe da so einen Verdacht.

Auch zu anderen Schwerpunkten beraten wir dich gern. Wenn du deine Fragen noch nicht genau greifen kannst, ist auch das völlig in Ordnung. In der Beratung helfen wir dir beim Sortieren. Zum Beispiel mit folgenden Fragen:

  • Was liegt für dich oben auf?
  • Was möchtest und kannst du tun?
  • Was steht als Erstes für dich an, was als Nächstes?
  • Welche Umgangsweisen, Ideen und Handlungsmöglichkeiten von anderen möchtest du für dich ausprobieren?

Grundlage unserer Beratung ist die Haltung: Deine eigene Situation kennst du selbst am besten. Deshalb entscheidest nur du, was du aus der Beratung übernehmen willst und welche Schritte für dich richtig sind. Wir erstellen keine Diagnosen oder Behandlungspläne.

Auch welche Informationen du teilen willst, bestimmst du selbst – Details über Gewalterfahrungen sind nur dann Thema, wenn du das möchtest.

Du kannst erzählen, was dich bewegt. Und du kannst uns fragen stellen – auch dazu, wie die Person, die dich berät mit ihren eigenen Erfahrungen umgeht oder umgegangen ist.

Für Unterstützer*innen aus dem persönlichen Umfeld

Gern kannst du unsere Beratung nutzen, wenn du eine Person aus deinem privaten Umfeld unterstützen möchtest, die von sexualisierter Gewalt betroffen ist – egal, ob du deren Partner*in, Freund*in, Mitbewohner*in, Elternteil, Geschwister oder eine andere Bezugsperson bist.

In der Beratung geht es in erster Linie um deine eigenen Fragen und Herausforderungen in deiner Rolle als Unterstützer*in. Du stehst als ratsuchende Person im Mittelpunkt. Gleichzeitig kann es schwierig sein, deine Themen von denen der betroffenen Person zu trennen – wenn du möchtest, helfen wir dir dabei, Klarheit zu gewinnen und zu sortieren.

Hier einige Beispiele für Fragen, mit denen du zu uns kommen könntest:

  • Wie soll ich jetzt mit der betroffenen Person umgehen? Was kann ich sagen oder tun, ohne der Person zu schaden?
  • Wo bleibe ich mit meinen eigenen Gefühlen, Grenzen und Bedürfnissen?
  • Was braucht die betroffene Person – und was davon kann oder möchte ich geben?

In der Beratung unterstützen wir dich dabei, Antworten zu finden – auf diese Fragen oder auf andere, die dich beschäftigen.

Für Fachkräfte

Auch wenn du beruflich mit dem Thema sexualisierter Gewalt konfrontiert bist, kannst du gern unsere Fachberatung nutzen. Das kann zum Beispiel hilfreich sein, wenn

  • dir jemand Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt anvertraut,
  • du mitbekommst, dass frühere Gewalterfahrungen jemanden massiv belasten,
  • du dir Sicherheit wünscht, ob und welcher Handlungsbedarf in der Situation besteht.

Mit dem Thema sexualisierte Gewalt umzugehen, kann auch für Fachkräfte herausfordernd sein. Mit unserer Expertise und langjährigen Erfahrung unterstützen wir dich dabei, die nächsten sinnvollen Schritte zu finden.

Neben der Klärung von Handlungsoptionen kann es in der Beratung auch um Selbstreflexion und die eigenen Gefühle zur Situation gehen. Vielleicht beschäftigt dich zum Beispiel eine dieser Fragen – auch dann kannst du dich gerne an uns wenden:

  • Wie kann und möchte ich mit meinem Unbehagen, meinen offenen Fragen, meinen Vermutungen weiter umgehen?
  • Ich habe Angst, etwas falsch zu machen. Was kann ich tun?
  • Warum geht mir das Thema so nahe?

Möglicherweise hat auch dein ganzes Team oder deine ganze Einrichtung Bedarf, sich tiefergehend mit dem Thema sexualisierte Gewalt auseinanderzusetzen. Sprich uns gerne an und wir klären gemeinsam ab, was für euch am besten geeignet ist – sei es eine Fortbildung, Supervision, ein Fachvortrag, die Entwicklung eines Schutzkonzepts oder etwas anderes.

Wichtig ist: Sich möglichst frühzeitig fachliche Unterstützung zu holen, ist kein Zeichen von mangelnder Kompetenz, sondern Ausdruck von Professionalität. Außerdem: Alle Berater*innen bei uns unterliegen einer arbeitsrechtlich abgesicherten Schweigepflicht.